Die Idee dazu kam Geis, als das Aschaffenburger Kindernetzwerk an ihn herantrat. "Die wollten von mir einen Gutschein für eine Tombola ausgestellt bekommen", erzählt der Unternehmenssprecher. Kurzerhand entschloss er sich, persönlich bei dem Kinderfest des Netzwerks vorbeizufahren und alle 20 Minuten mit den Mädchen und Jungen im Ferrari eine kurze Erlebnisfahrt zu machen. Es folgten unter anderem Fahrten für krebskranke Jugendliche nach einer Anfrage der "Elterninitiative für krebskranke Kinder" in Hessen. Seit der Gründung im Jahr 1999 wird das Unternehmen mehrmals im Jahr für einen guten Zweck aktiv.
Dass Geis sich wohltätig engagiert, hat persönliche Gründe. "Ich habe selbst Familienmitglieder mit einer Behinderung und möchte deshalb vor allem geistig und körperlich Behinderten eine Freude machen." In der Regel treten Organisationen direkt an das Unternehmen heran und erkundigen sich nach den Angeboten. "Viele finden uns über das Internet oder haben in der Zeitung schon von uns gelesen."
Kein Wohltätigkeitsverein
Die Event-Agentur ist jedoch kein Wohltätigkeitsverein. Die meisten Anfragen bei Speed-Safari sind privat. Die Kunden mieten die Sportwagen der Firma. Oft möchten Frauen ihrem Ehemann mit einem Gutschein eine Freude machen, wie Geis erzählt.
Gerade Männer schlüpften gerne in die Rolle des Privatdetektivs Thomas Magnum. Der amerikanische Schauspieler Tom Selleck spielte den Ferrari-Liebhaber in der Serie "Magnum" acht Jahre lang. Und das hat viele Männer geprägt. "Viele wollen unbedingt auch einmal so ein Modell fahren wie er, glaubt der Autovermieter. So war es auch bei dem 18-jährigen Jan. Der geistig behinderte Junge durfte mit Geis in einem Ferrari F355 Spider einen Ausflug machen. "Neu kostet so ein Wagen 130 000 Euro", erklärt der Besitzer.
Jan war von der Fahrt begeistert: "Ich will unbedingt noch einmal fahren." Wie bei Jan macht die Firma auch bei privaten Anfragen manchmal eine Ausnahme und spendiert geistig oder körperlich behinderte Menschen eine Fahrt.
Bei den meisten privaten Buchungen fahren die Autofans übrigens selbst, sowohl mit als auch ohne Beifahrer. "Bei uns ist beides möglich", erklärt der Firmenchef. Natürlich müssen die Fahrer bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört, dass ein gültiger Führerschein vorliegt und ein funktionstüchtiges Handy mit voll aufgeladenem Akku mitgenommen wird. "Das ist uns wichtig, damit wir uns keine Sorgen machen müssen, wenn wir vergeblich auf unser Auto warten, weil der Fahrer im Stau steht", erklärt Geis.
Am kostengünstigsten fährt man bei "Speed Safari" mit dem Modell F 348 TS/TB. Eine Stunde Fahrt mit dem Sportwagen kostet rund 90 Euro.