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Polizei verhaftet berühmten Privatdetektiv E-Mail

Die Regierung in Warschau sucht Erfolge im Kampf gegen Korruption. Ausgerechnet einer, der sich als Saubermann der Nation verkauft, ist von Staatsschutz-Beamten nachts an einer Tankstelle überwältigt und festgenommen worden.

Polens bekanntester Privatdetektiv Krzysztof Rutkowski hat ausgespielt. Der frühere Milizionär, der seit der Wende mit spektakulären Aktionen von sich reden machte, wurde von Beamten des polnischen Staatsschutzes (ABW) im Dunkel der Nacht zu Boden geworfen und festgenommen, als er in Kattowitz mit seinem BMW an einer Tankstelle hielt. Damit endet eine der ungewöhnlichsten Karrieren der letzten 17 Jahre, und die regierenden Brüder Kaczynski können bei ihrem Kampf gegen Kriminalität und Korruption einen Erfolg verbuchen.

Rutkowski hatte mit dem Kampf gegen Autodiebe begonnen und später auch in vielen anderen Fällen "interveniert", oft an der Grenze der Legalität und an der Polizei vorbei. 2001 wurde er für vier Jahre Abgeordneter der populistischen Partei "Selbstverteidigung" (derzeit Koalitionspartner) und zugleich Star einer Fernsehserie, die man als aggressive Kopie von "Aktenzeichen XY" beschreiben könnte. Jetzt wird er verhört. Er wird der Amtsanmaßung und der Beihilfe zur Geldwäsche verdächtigt: Rutkowski war "Berater" eines illegalen Brennstoffproduzenten, der den Staat um umgerechnet mehr als 100 Millionen Euro betrogen haben soll, seit drei Jahren im Gefängnis sitzt und jetzt offenbar über frühere Helfer geplaudert hat.

Derweil wurde Polen von einer anderen Personalie überrascht. Antoni Macierewicz (58), vor der Wende Bürgerrechtler, seitdem ein am rechten Rand des demokratischen Spektrums tätiger Politiker, dessen Lebensaufgabe offenbar die Enttarnung ehemaliger Stasi-Agenten ist, ist neuer Vizeverteidigungsminister. Er soll den militärischen Geheimdienst WSI auflösen, in dem die Regierenden eine übriggebliebene Insel kommunistischen Filzes sehen. Er wird zugleich eine Kommission leiten, die die 1800 Mitarbeiter des WSI auf Herz und Nieren prüft, etwa auf im Amt begangene Straftaten oder eine geheime Zusammenarbeit mit Journalisten oder Unternehmern. Am 1. Oktober sollen dann ein militärischer Geheimdienst und eine militärische Spionageabwehr als neue Strukturen mit insgesamt 1200 Mitarbeitern ihren Dienst aufnehmen. Präsident Lech Kaczynski lobte Macierewicz wegen seiner "beispiellosen Entschlossenheit". Einem Zeitungsbericht zufolge sind jedoch die amerikanischen Partner des WSI nicht begeistert über das Vorgehen der polnischen Regierung. WSI-Agenten sind unter anderem in Afghanistan und im Irak im Einsatz.

Viele Bürger dürfte ein neues Gesetz betreffen, das die Regierung schon am Freitag durch das Parlament brachte. Demnach soll die Überprüfung auf frühere Stasi-Mitarbeit (Lustration) erheblich ausgeweitet werden. Jetzt sollen zum Beispiel auch Schul- und Hochschulrektoren, viele Beamte und zahlreiche Journalisten überprüft werden. Eine Stasi-Mitarbeit kann künftig ein Entlassungsgrund sein.


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